Pressebericht

Exklusives Konzert des Weltjugendchors
in Romanshorn

Vom leisen Summen und Flüstern bis hin zum gewaltigen Fortissimo: Das zahlreiche Publikum liess sich am Sonntag, 24. Juli 2016 in der katholischen Kirche Romanshorn von den Stimmen der jungen Sängerinnen und Sänger aus aller Herren Länder völlig mitreissen.

Text: Roland Huber - Fotos: Helio Hickl


ROMANSHORN „So etwas habe ich noch nie erlebt!“ Oder: „Wer heute nicht hier dabei war, der hat etwas verpasst!“ So äusserten sich begeisterte Konzertbesucher nach dem zweistündigen Auftritt des Weltjugendchors.


Mit Chorliteratur aus Romantik und Neuzeit, de von den Ausführenden höchste stimmliche und intonationstechnische Sicherheit abverlangt, vermittelten die jungen Sängerinnen und Sänger einen Einblick in Kompositionen, welche vielen guten Laienchören aufgrund der grossen Herausforderungen verwehrt bleiben. Dabei zeigten die Musizierenden eine gesangliche Reife, welche keineswegs auf ihr jugendliches Alter zurückschliessen liess. Und bei aller professionellen Präsenz im Konzert war stets die spontane, zutiefst verinnerlichte Freude am Singen zu spüren.

Romantik und Neuzeit

Der international renommierte Komponist, Dirigent und Chorleiter Filippo Maria Bressan weiss offensichtlich, wie sich 38 junge Menschen im Alter von 17 bis 26 Jahren zu gesanglichen Höchstleistungen herausfordern lassen. Er verstand es aber auch, das Chorvolumen geschickt auf die räumlich-akustischen Verhältnisse der katholischen Pfarrkirche St. Johannes abzustimmen. Schon mit dem Beginn des „Agnus Dei“ von Samuel Barber (USA) zeigte der Chor ein Pianissimo, das von jedem noch so leisen Knacken der alten Kirchenbänke übertönt wurde. Im ineinandergewobenen “Qui tollis peccata mundi“ schwoll der Chorklang zeitweilig zu einem klangvollen Fortissimo an, um dann mit „Dona nobis pacem“ in einem innigsten Hauch derart fein zu verklingen, dass sich niemand im Publikum mehrere Sekunden lang zu rühren wagte. Das gesamte Repertoire war ebenso international wie die Herkunft der Sängerinnen und Sänger und beinhaltete Musik von Komponisten aus Schweden, Estland, Litauen, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Argentinien und den USA. Mit speziellen Effekten wie klingenden, unterschiedlich gefüllten Gläsern oder auch nur einer Zimbel kombiniert mit einem Tamburin wurden einzelne wohlgesetzte klangliche Akzente gesetzt.

Jeunesses Musicales als Träger

Dominik Lauchenauer, Gründer und Präsident der Jeunesses Musicales Thurgau, ist es zu verdanken, dass der Weltjugendchor mit diesem einzigartigen und für die Schweiz einzigen Gastkonzert in Romanshorn ein klangliches Highlight in diesen Sommerabend am See zauberte. 

Dass es in heutiger Zeit nicht einfach ist, ein weltweit umspannendes Chorprojekt mit jungen Menschen aus 26 Nationen auf die Beine zu stellen, zeigt sich schon daran, dass in den letzten Jahren immer wieder WYC-Projekte kurzfristig aus finanziellen Gründen abgesagt werden mussten. Umso erfreulicher ist also das kurzfristige Zustandekommen des Konzerts in Romanshorn. Die zahlreich erschienen Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten ihre Begeisterung mit "Standing Ovations" und erklatschten sich mehrere Zugaben.